Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd es sein kann, still zu sitzen, zu lernen oder sich „anders“ zu fühlen. Ich kenne das Gefühl, wenn einem gesagt wird, man könne etwas nicht so gut wie andere. Zweisprachig aufzuwachsen, Sprachförderung zu bekommen, nicht so schnell schwimmen zu lernen, Ängste zu haben, die andere nicht verstehen – all das hat mich geprägt.
Später, in der Schule und Jugendzeit, war vieles nicht leicht. Erwartungen erfüllen zu wollen fühlt sich schwer an. Auch das Aufwachsen mit zwei Kulturen war Teil meines Lebens. Doch darüber sprach niemand. Es wurde einfach nicht thematisiert, und so blieb manches unausgesprochen, obwohl es in mir wirkte. Ich wusste damals nicht, wie sehr es helfen kann, Worte für das Unsichtbare zu finden.
Und doch: Gerade diese Erfahrungen haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, wie bedeutsam es ist, Räume zu schaffen, in denen Gefühle Platz haben – die leichten genauso wie die schweren. Wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene spüren dürfen: ich werde gesehen, so wie ich bin.